
Hüftbeuger – oft unterschätzt
7. September 2025Fersensporn und Plantarfasziitis
Die Plantarfaszie ist ein kräftiges, sehniges Band an der Fußsohle. Sie verläuft von der Ferse bis zu den Zehen und sorgt dafür, dass das Längsgewölbe des Fußes stabil bleibt. Wird dieses Band über längere Zeit stark beansprucht, kann es sich entzünden – man spricht dann von einer Plantarfasziitis. An der Stelle, an der die Faszie am Fersenbein ansetzt, kann sich zusätzlich ein Fersensporn bilden – ein kleiner knöcherner Auswuchs, der die Beschwerden noch verstärken kann. Zusammen gehören diese beiden Probleme zu den häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen (Boob 2024).
Ursachen und Risikofaktoren
Mit zunehmendem Alter verliert die Plantarfaszie an Elastizität. Auch Übergewicht, lange Stehphasen im Beruf oder intensives Training können zu einer Überlastung führen. Verkürzte Wadenmuskulatur, eingeschränkte Beweglichkeit von Zehen oder Sprunggelenk sowie abgeflachte Fußgewölbe erhöhen das Risiko zusätzlich (Agyekum 2015).
Typische Beschwerden
Betroffene spüren häufig stechende Schmerzen in der Ferse oder Fußsohle, besonders am Morgen beim Aufstehen. Nach den ersten Schritten lässt der Schmerz oft etwas nach, kehrt jedoch bei längerer Belastung wieder zurück. Wird die Entzündung chronisch, kann das Gehen und Stehen stark eingeschränkt sein.
Nicht immer liegt die Ursache in der Plantarfaszie selbst – auch Nervenreizungen (z. B. an der Nervenwurzel S1 oder am Nervus tibialis) oder Knochenverletzungen können ähnliche Beschwerden verursachen (Cutts 2012).
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Symptome (Cutts 2012, Mohseni 2023):
1) Lebensstil anpassen:
Gewichtsreduktion und Sportkarenz
2) Entzündungshemmende Medikamente
3) Schuheinlagen:
Zur Entlastung der Ferse und Unterstützung des Fußgewölbes
4) Physiotherapie:
Dehn- und Kräftigungsübungen, Mobilisation von Sprunggelenk und Zehen
5) Eigenbluttherapie:
Körpereigene Wachstumsfaktoren fördern die Heilung
6) Radiofrequenz- oder Stoßwellentherapie:
Stimulieren die Durchblutung und Regeneration
7) Cortison-Injektionen:
Können Entzündungen lindern
8) Operative Behandlung:
Nur in seltenen, hartnäckigen Fällen notwendig


