
Wieviel Bewegung ist notwendig?
15. März 2026Künstliches Kniegelenk
Das Knie zählt zu den am stärksten beanspruchten Gelenken des menschlichen Körpers. Beim Stiegensteigen oder Laufen lastet ein Druck auf dem Gelenk, der dem Vier- bis Siebenfachen des eigenen Körpergewichts entspricht. Über Jahre hinweg können diese Belastungen – ebenso wie frühere Verletzungen – den schützenden Knorpel im Knie schädigen. Die Folge ist häufig Arthrose, ein fortschreitender Gelenkverschleiß. Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alltag stark zunehmen, kann ein künstliches Kniegelenk helfen, Mobilität und Lebensqualität zurückzugewinnen.
Wie eine Knieprothese funktioniert
Bei der Operation werden die abgenutzten Gelenkflächen im Knie ersetzt. Sowohl die Oberfläche des Oberschenkelknochens als auch jene des Schienbeins erhalten glatte Metallkomponenten. Dazwischen liegt eine widerstandsfähige Kunststoffschicht aus Polyethylen. Sie sorgt dafür, dass die beiden Metallflächen reibungsarm aufeinander gleiten können und wirkt zugleich als Stoßdämpfer.
Bewegung schon kurz nach der Operation
Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff darf das neue Knie vorsichtig belastet werden. Für zusätzliche Sicherheit werden allerdings in den ersten sechs Wochen Stützkrücken empfohlen.
Für die meisten Alltagsbewegungen genügt eine Kniebeugung von etwa 110 Grad. Wird eine Beweglichkeit von mehr als 120 Grad erreicht, gilt das Ergebnis als sehr gut. Häufig unterschätzt wird jedoch die endlagige Streckung des Knies: In Rückenlage sollte das Bein vollständig ausgestreckt flach aufliegen können.
Rehabilitation braucht Zeit
Die Wochen nach der Operation sind entscheidend für den Heilungsverlauf. Physiotherapie, Lymphdrainage und Heilmassagen unterstützen die Regeneration. Gleichzeitig wird gezielt an Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination gearbeitet. Bis das Gelenk seine volle Belastbarkeit erreicht, können sechs bis zwölf Monate vergehen.
Wie lange hält eine Knieprothese?
Die Lebensdauer eines künstlichen Kniegelenks wird in der Regel mit 15 bis 25 Jahren angegeben. Wie lange die Prothese tatsächlich hält, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- Körpergewicht: Je geringer die Belastung, desto langsamer nutzt sich die Prothese ab (Kerkhoffs, 2012).
- Aktivität: Regelmäßige Bewegung ist wichtig für die Gelenkfunktion. Sehr belastende Sportarten oder schwere körperliche Arbeit sollten jedoch vermieden werden (Meester, 2018).
- Knochenqualität: Eine gute Knochendichte sorgt dafür, dass die Prothese dauerhaft stabil im Knochen verankert bleibt (Daher, 2024).
Tipps für den Alltag mit Knieprothese
Auch nach abgeschlossener Reha-Phase können Patientinnen und Patienten selbst viel zur Gesundheit ihres neuen Gelenks beitragen:
- Gymnastische Übungen regelmäßig weiterführen
- Flache Schuhe mit guter Dämpfung tragen
- Häufiges oder längeres Hinknien vermeiden
- Schwere körperliche Belastungen reduzieren
- Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik bevorzugen
- Risikosportarten wie Fußball, Tennis oder Joggen vermeiden
Ein künstliches Kniegelenk kann Schmerzen deutlich reduzieren und wieder mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind jedoch Geduld in der Rehabilitation, regelmäßige Bewegung und ein bewusster Umgang mit dem neuen Gelenk.

Bild: Shutterstock 2431762443, Vinichenko Ihor, www.shutterstock.com

